Kurze Historie der Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik

1863 – 1877: Bruno Hildebrand
Die „Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik“ wurden Ende 1862 von Bruno Hildebrand begründet, einem der Hauptvertreter der älteren Schule der historischen deutschen Volkswirtschaftslehre. Hildebrand war Professor in Jena, dort (Mit-) Di­rektor des Staatswissenschaftlichen Seminars, Initiator und Leiter eines Statistischen Landesamts und Mitbegründer des Vereins für Socialpolitik.

1878 – 1915: Johannes Conrad
Johannes Conrad sah die Aufgabe der Jahrbücher darin, abseits einer engen wis­senschaftlichen Festlegung eine Brückenstellung zwischen Wissenschaft, interes­sierten Praktikern und Wirtschaftspolitik herzustellen. Die Wissenschaft der National­ökonomie habe die wichtige Aufgabe, auch unmittelbar für das prak­tische Leben zu arbeiten.

1915 – 1933: Ludwig Elster
Ludwig Elster, 1880 unter Conrad in Halle habilitiert und schließlich als Universitäts­referent in das preußische Kultusministerium berufen, übernahm die Herausgabe nach Conrads Tod. Er stand jedoch bereits zuvor in enger, tätiger Verbindung mit den Jahrbüchern. Durch Krieg und Inflationswirren mussten die „Jahr­bücher für Nationalökonomie und Statistik“ (wie damals alle Zeitschriften) vorüberge­hend eine kräftige Einschränkung des Umfangs überstehen.

1934 – 1942: Otto von Zwiedineck-Südenhorst mit Gerhard Albrecht
Der Wechsel der Herausgeberschaft durch den Verlag war als Bedingung der neuen Machthaber veranlasst. Otto Zwiedineck Edler von Südenhorst war Direktor des Se­minars für Statistik und Versicherungswissenschaft an der Universität München und gewährleistete wie Gerhard Albrecht mit bestehender enger Verbindung zur Zeit­schrift eine wissenschaftlich korrekte Fortsetzung der Arbeit. Die Herausgeber traten Ende 1942 zurück, um die Zeitschrift nicht der Vorzensur zu unterwerfen.

1943 – 1967/68: Friedrich Lütge und Erich Preiser
Friedrich Lütge und der Verlag hatten schwierige Verhandlungen in Berlin zu führen, um das weitere Erscheinen der Jahrbücher mit frei bestimmten Herausgebern zu er­reichen. In den Jahren 1943 und 1944 erschienen je zwei Bände; danach jedoch wurde die Zeitschrift verboten. Erst 1949 konnten die Jahrbücher wieder erscheinen, wobei einschneidende Veränderung auf verlegerischer Seite geschahen (u. a. Ent­eignung des Jenaer Verlages und Wegzug der Inhaber nach Stuttgart, ab 1953 er­schienen die Jahrbücher schließlich beim Gustav Fischer Verlag in Stuttgart). Erich Preiser starb im August 1967, und im Mai 1968 musste Friedrich Lütge krankheitsbe­dingt seinen Abschied von den Jahrbüchern nehmen.

1968 – 1982: Knut Borchardt, Alfred E. Ott und Heinrich Strecker
Die neuen Herausgeber waren geschickt gewählt: Knut Borchardt war Schüler Lüt­ges, Alfred E. Ott ein Schüler Preisers und mit Heinrich Strecker, einem Schüler von Oskar Anderson sen., kam ein Statistiker hinzu. Unter dieser Leitung nahmen die „Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik“ eine gute Fortentwicklung.

1983 – 1994: Alfred E. Ott mit Heinrich Strecker, Heinz Lampert, Alois Oberhau­ser und Adolf Wagner
Ende 1982 gab Knut Borchardt seine Herausgebertätigkeit auf. Man nutzte die Gele­genheit, um die Professoren Heinz Lampert, Alois Oberhauser und Adolf Wagner in den Herausgeberkreis einzubeziehen. Der plötzliche Tod von Alfred E. Ott im Jahre 1994 stellte einen tiefen Einschnitt in die herausgeberische Arbeit dar.

1995 – 2005: Adolf Wagner mit Heinrich Strecker, Wolfgang Eichhorn (vorübergehend), Wolfgang Franz, Gerhard Kleinhenz, Heinz Lampert, Werner Neubauer, Alois Oberhauser (bis 2000), Peter Stahlecker (ab 1999), Dietmar Wellisch (ab 1999)
Die zuvor von Alfred E. Ott wahrgenommenen Geschäftsführungsaufgaben erfüllte ab 1995 Adolf Wagner. Im Einvernehmen mit dem Verlag Lucius & Lucius folgte man mit der Kooptation weiterer Mitherausgeber einem Zug der Zeit bei den wissen­schaftlichen Zeitschriften.

2005 – 2007: Wolfgang Franz mit Gerhard Kleinhenz, Werner Smolny, Peter Stahlecker, Adolf Wagner, Joachim Wagner, Dietmar Wellisch und Peter Winker sowie mit dem erstberufenen Beirat.
Mit Wolfgang Franz als geschäftsführendem Herausgeber erfolgte eine stärkere Fokussierung auf Arbeiten, die theoretische Fundierung mit empirischer Analyse verbinden. Gleichzeitig wurden durch den verstärkten Einsatz von Themenheften neue Forschungsgebiete in den Jahrbüchern aufgegriffen. 

2008 – heute: Peter Winker mit Wolfgang Franz, Gerhard Kleinhenz (bis 2008), Werner Smolny, Peter Stahlecker, Adolf Wagner (bis 2011), Joachim Wagner und Dietmar Wellisch (bis 2010) sowie mit dem Beirat.

Eine ausführlichere Darstellung für die Zeit bis 1985 findet sich im „Generalregister“ der Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik im Band 202 von 1986, S. 1 – 51.



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